Ohne gültiges SSL-Zertifikat warnen moderne Browser Besucher deutlich sichtbar vor einer Website, unabhängig davon, wie vertrauenswürdig der Inhalt tatsächlich ist. Für Unternehmen ist ein Zertifikat deshalb keine Option mehr, sondern eine Grundvoraussetzung.

Was ein SSL-Zertifikat technisch leistet

Ein Zertifikat verschlüsselt die Verbindung zwischen Browser und Server, sodass übertragene Daten wie Formulareingaben oder Zugangsdaten von Dritten nicht mitgelesen werden können. Gleichzeitig bestätigt es, dass die Website tatsächlich zur angegebenen Domain gehört, abhängig vom Validierungsniveau in unterschiedlicher Tiefe.

Die drei gängigen Validierungsstufen

Domain-Validierung bestätigt lediglich, dass der Antragsteller Kontrolle über die Domain hat, und lässt sich meist automatisiert und kostenlos einrichten. Organisationsvalidierung prüft zusätzlich die Existenz des Unternehmens. Erweiterte Validierung verlangt eine noch gründlichere Prüfung und wurde früher mit besonders sichtbarer Anzeige im Browser belohnt, ein Effekt, der in aktuellen Browsern deutlich zurückgegangen ist.

  • Domain-Validierung: schnell, oft kostenlos, ausreichend für die meisten Websites
  • Organisationsvalidierung: zusätzliche Prüfung der Unternehmensexistenz
  • Erweiterte Validierung: gründlichste Prüfung, sichtbarer Effekt im Browser heute geringer
  • Wildcard-Zertifikate decken eine Domain und alle Subdomains gleichzeitig ab

Was Zertifikate heute tatsächlich kosten

Domain-validierte Zertifikate lassen sich über Dienste wie Let's Encrypt kostenlos und automatisiert beziehen und werden von den meisten modernen Hosting-Umgebungen bereits unterstützt. Organisations- und erweitert validierte Zertifikate sind weiterhin kostenpflichtig und werden meist jährlich erneuert. Für die überwiegende Mehrheit der Unternehmenswebsites reicht ein kostenloses, automatisiert erneuertes Zertifikat völlig aus.

Wann sich eine höhere Validierungsstufe lohnt

Für Websites mit sensiblen Transaktionen, etwa im Finanzbereich, oder für Unternehmen, denen die zusätzliche Vertrauensbestätigung gegenüber Geschäftspartnern wichtig ist, kann eine Organisationsvalidierung sinnvoll sein. Für die meisten Unternehmenswebsites ohne besondere regulatorische Anforderungen liefert ein domain-validiertes Zertifikat denselben technischen Schutz zu deutlich geringeren Kosten.

Einrichtung ohne technisches Vorwissen

Die meisten modernen Hosting-Umgebungen, Control Panels wie cPanel und Plesk sowie viele Cloud-Anbieter bieten eine automatisierte Einrichtung und Erneuerung von Zertifikaten an. Manuelle Einrichtung ist meist nur noch bei speziellen Anforderungen oder eigenen Serverumgebungen ohne solche Automatisierung nötig.

Ein SSL-Zertifikat ist heute weniger eine Frage des Ob als des Wie. Für die meisten Unternehmen ist ein kostenloses, automatisiert verwaltetes Zertifikat die wirtschaftlichste und gleichzeitig ausreichend sichere Lösung.

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